Zahlen und Fakten
Flächeninanspruch-
nahme und Boden-
versiegelung in Österreich 2025
Die Staatsfläche Österreichs beträgt rund 83.885 Quadratkilometer (km²). Im Jahr 2025 lag – laut Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV) – der Anteil der für bauliche Zwecke beanspruchten Flächen im Bundesdurchschnitt bei 7,1 Prozent der Staatsfläche. Bezogen auf den Dauersiedlungsraum (DSR) waren es 18,1 Prozent. Nach Messungen des Umweltbundesamts (UBA) war etwas mehr als die Hälfte der für bauliche Zwecke in Anspruch genommenen Fläche – also 3,7 Prozent der Landesfläche – versiegelt, also überbaut, asphaltiert oder betoniert.
Im Vergleich dazu waren rund 46 Prozent der Staatsfläche beholzt (Wälder, verbuschte Flächen, Krummholzflächen), 29 Prozent wurden landwirtschaftlich genutzt (Acker, Wiesen, Weiden, Dauerkulturen) und etwas mehr als 16 Prozent entfielen auf die Alpen bzw. auf alpines Ödland, der Rest auf Gewässerflächen und Feuchtgebiete.
Der jährliche Zuwachs der Flächeninanspruchnahme sinkt seit Beginn der 2010er-Jahre substanziell. In den Jahren 2001 bis 2005 lag die Neuinanspruchnahme im Schnitt noch bei jährlich 81,0 km². Danach ging es bis zuletzt steil bergab. Wurden in den Jahren 2016–2020 noch jährlich durchschnittlich 43,3 Quadratkilometer neu in Anspruch genommen, war es in der Periode danach (2021–2025) um ein Viertel weniger. In den drei letzten Jahren (2023–2025) lag der Zuwachs im Schnitt bei 27,3 Quadratkilometern pro Jahr.
Zwar stieg im Jahr 2025 die Neuinanspruchnahme wieder um 14,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 28,2 Quadratkilometer, vom Zuwachs im Jahr 2022 (43,6 km²) war man dennoch weit entfernt. Der Grund für den Anstieg war im Wesentlichen ein leichter Aufschwung im Wohnungsneubau und die Ausweitung von Betriebsflächen.
In der Periode 2021–2025 wurden pro Jahr im Schnitt 32,4 km² für bauliche Zwecke in Anspruch genommen. Knapp ein Drittel davon entfiel auf Gärten (9,3 km²), die nachfolgend im Verhältnis 40:50:10 Einfamilienhäusern, Mehrfamilienhäusern bzw. Nicht-Wohngebäuden zugeordnet werden.
Die Freizeitflächen sind zwischen 2021 und 2025 indessen gesunken, im Schnitt um rund 0,4 km² pro Jahr.
Mehr dazu auf www.flaechenversiegelung.at
Periodenmittelwerte/ Jahreswerte
Jährliche Flächen-
neuinanspruchnahme in km²
| 2001-2005 | 2006-2010 | 2011-2015 | 2016-2020 | 2021-2025 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 81,0 | 52,4 | 49,5 | 43,3 | 32,4 | 24,7 | 28,2 |
Quelle: BEV
¹ Dauersiedlungsraum: Landesfläche abzüglich beholzter Flächen (Wälder, verbuschte Flächen, Krummholzflächen), Gewässer, Feuchtgebiete, Alpen und alpinem Ödland.
2021 - 2025
Verwendung der beanspruchten
Fläche nach Flächenkategorien
In den letzten vier Jahren (2021 – 2025) wurden pro Jahr im Schnitt 32,4 km² für bauliche Zwecke in Anspruch genommen.
Knapp ein Drittel davon entfiel auf Gärten (10,2 km²), die nachfolgend im Verhältnis 40:50:10 Einfamilienhäusern, Mehrfamilienhäusern bzw. Nicht-Wohngebäuden zugeordnet werden. Diese setzen sich wie folgt zusammen:
Kennzahlen 2025
Flächeninanspruchnahme und
Bodenversiegelung in Österreich
mit Hausverstand
Einordnung bisheriger Kennzahlen
Wird in Österreich tatsächlich zu viel Fläche beansprucht?
Ob in Österreich in den letzten Jahren zu viel Fläche neu in Anspruch genommen wurde, lässt sich nicht so einfach beantworten. Tatsache ist, dass die für bauliche Zwecke beanspruchte Fläche seit 2015 um insgesamt 6,6 Prozent wuchs. Die Bevölkerung erhöhte sich im Vergleichszeitraum um einen Tick rascher, um 7,4 Prozent. Da in den letzten Jahren knapp die Hälfte der neu beanspruchten Fläche für öffentliche und gewerbliche Bauten sowie für Betriebsflächen benötigt wurden, sollte für einen aussagekräftigen Vergleich zudem das Wirtschaftswachstum berücksichtigt werden. Laut Statistik Austria erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt zwischen 2015 und 2025 preisbereinigt um 11,8 Prozent. Die Flächeninanspruchnahme wuchs somit langsamer als die Bevölkerung und die Wirtschaftsleistung.
Flächeninanspruchnahme
Ist die Selbstversorgung bei Feldfrüchten in Gefahr?
In Zusammenhang mit der Flächeninanspruchnahme wird mitunter davor gewarnt, dass bereits in wenigen Generationen zu wenig Fläche für den Ackerbau zur Verfügung stehen könnte, womit der Selbstversorgungsgrad mit Feldfrüchten gefährdet wäre. Die Fakten erlauben hierzu keinen eindeutigen Befund. Laut Statistik Austria schrumpfte das bewirtschaftete Ackerland zwischen 2010 und 2024 zwar um 4,4 Prozent auf zuletzt 13.208 km².
Dennoch erhöhte sich im Vergleichszeitraum die Feldfruchtproduktion um 5,6 Prozent, da die Hektarerträge konstant wachsen.
Tatsache ist aber auch, dass in einigen Produktkategorien der Selbstversorgungsgrad im 15-Jahres-Vergleich schrumpft, allen voran bei Weichweizen, Hülsenfrüchten und Kartoffeln, darüber hinaus auch bei Obst. Ob der sinkende Selbstversorgungsgrad alleine auf die schrumpfenden Agrarflächen zurückzuführen ist, oder auch auf die wachsende Nachfrage nach ausländischer Ware lässt sich zweifelsfrei beantworten. Denn auch die Bracheflächen wuchsen in den letzten Jahren rasant, auf zuletzt (2023) rund 760 km². Damit sind die Bracheflächen in etwa genauso groß wie alle reinen Gebäudeflächen zusammen.
Wachstumsvergleich
Flächeninanspruchnahme | Bevölkerung | BIP real
| Wachstum 2015 - 2025 | |
|---|---|
| Flächeninanspruchnahme | |
| Bevölkerung | |
| Wirtschaftswachstum real |
Quelle: BEV | STAAT
Internationaler Vergleich
Ist Österreich „Europameister“ in der Flächeninanspruchnahme und Bodenversiegelung?
Definitiv nein: So gelten beispielweise in Deutschland (2022) 14,5 Prozent der Staatsfläche als beansprucht und 6,5 Prozent als versiegelt. In der Schweiz (2018) liegen die Quoten bei 7,9 bzw. 4,3 Prozent und in Italien (2022) bei 7,1 bzw. 3,8 Prozent.
| AT | DE | CH | IT | |
|---|---|---|---|---|
| Flächeninanspruchnahme in % | 7,1 | 14,5 | 7,9 | 7,1 |
| Bodenversiegelung in % | 3,7 | 6,5 | 4,3 | 3,8 |
Anm: AUT: 2025 | DEU, ITA: 2022 | SUI: 2018
Quellen: Statistik Austria, Bundesumweltamt, Bundesamt für Statistik, ISPRA, Stat. Bundesamt (DE)
mit Hausverstand