Zahlen und Fakten

Flächeninanspruch-
nahme und Boden-
versiegelung in Österreich 2024

Die Staatsfläche Österreichs beträgt rund 83.884 Quadratkilometer (km²). Im Jahr 2024 lag – laut Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV) – der Anteil der für bauliche Zwecke beanspruchten Flächen im Bundesdurchschnitt bei 7,0 Prozent der Staatsfläche.

Bezogen auf den Dauersiedlungsraum (DSR) waren es 19,5 Prozent. Nach Messungen des Umweltbundesamts (UBA) war etwas mehr als die Hälfte der für bauliche Zwecke in Anspruch genommenen Fläche – also 3,7 Prozent der Landesfläche – versiegelt: überbaut, asphaltiert oder betoniert.

Im Vergleich dazu waren rund 46 Prozent der Staatsfläche beholzt (Wälder, verbuschte Flächen, Krummholzflächen), 29 Prozent wurden landwirtschaftlich genutzt (Acker, Wiesen, Weiden, Dauerkulturen) und etwas mehr als 16 Prozent entfielen auf die Alpen bzw. auf alpines Ödland, der Rest auf Gewässerflächen und Feuchtgebiete.

Der jährliche Zuwachs der Flächeninanspruchnahme sank in den beiden letzten Jahren substanziell. Erhöhte sich im Jahr 2022 die für bauliche Zwecke beanspruchte Fläche im Jahresvergleich noch um 43,6 km², waren es 2023 um ein Drittel weniger (29,2 km²) und zuletzt 2024 24,7 km². Binnen zwei Jahren hat sich damit die neu beanspruchte Fläche um 43 Prozent reduziert. Der Zuwachs im Jahr 2024 entsprach 0,03 Prozent der Landesfläche bzw. 0,08 Prozent des DSR. Übrigens: In den Jahren 2001 bis 2005 lag die Neuinanspruchnahme im Schnitt noch bei jährlich 81,0 km².

Mehr zu Daten auf Gemeinde- und Bezirksebene auf www.flaechenversiegelung.at

bild periodenmittelwert v2

Periodenmittelwerte

Jährliche Flächen-
neuinanspruchnahme in km²

2000-2005 2006-2010 2011-2015 2016-2020 2021-2024 2023 2024
81,0 52,4 49,5 43,3 33,5 29,2 24,7

Quelle: BEV

2021 - 2024

Verwendung der beanspruchten
Fläche nach Flächenkategorien

In den letzten vier Jahren (2021 – 2024) wurden pro Jahr im Schnitt 33,5 km² für bauliche Zwecke in Anspruch genommen.
Knapp ein Drittel davon entfiel auf Gärten (10,2 km²), die nachfolgend im Verhältnis 40:50:10 Einfamilienhäusern, Mehrfamilienhäusern bzw. Nicht-Wohngebäuden zugeordnet werden. Diese setzen sich wie folgt zusammen:

   

tortengrafik neu

Kennzahlen 2023

Flächeninanspruchnahme und
Bodenversiegelung in Österreich

at map
at flaechen
Anteil der beanspruchten Fläche bezogen auf die Landesfläche
anteil1 v5
Anteil der beanspruchten Fläche bezogen auf den Dauersiedlungsraum
anteil2 v2
Anteil der versiegelten Fläche bezogen auf die Landesfläche
anteil3 v2
--portrait
"Wieviel kostet das Wohnen morgen, wenn wir heute aufhören zu bauen?"

Einordnung bisheriger Kennzahlen

Wird in Österreich tatsächlich zu viel Fläche beansprucht?

Ob Österreich in den letzten Jahren zu viel Fläche neu in Anspruch genommen wurde, lässt sich nicht so einfach beantworten. Tatsache ist, dass die für bauliche Zwecke beanspruchte Fläche seit 2015 um insgesamt 6,1 Prozent wuchs. Die Bevölkerung erhöhte sich im Vergleichszeitraum um einen Tick rascher, um 7,1 Prozent. Da in den letzten Jahren knapp die Hälfte der neu beanspruchten Fläche für öffentliche und gewerbliche Bauten sowie für Betriebsflächen benötigt wurden, sollte für einen aussagekräftigen Vergleich zudem das Wirtschaftswachstum berücksichtigt werden. Laut Statistik Austria erhöhte sich die Bruttowertschöpfung zwischen 2015 und 2024 preisbereinigt um 10,2 Prozent. Die Flächeninanspruchnahme wuchs somit langsamer als die Bevölkerung und die Wirtschaftsleistung.
 

bild einordung v2

Flächeninanspruchnahme

Ist die Selbstversorgung bei Feldfrüchten in Gefahr?

In Zusammenhang mit der Flächeninanspruchnahme wird mitunter davor gewarnt, dass bereits in wenigen Generationen zu wenig Fläche für den Ackerbau zur Verfügung stehen könnte, womit der Selbstversorgungsgrad mit Feldfrüchten gefährdet wäre. Die Fakten erlauben hierzu keinen eindeutigen Befund. Laut Statistik Austria schrumpfte das bewirtschaftete Ackerland zwischen 2010 und 2024 zwar um 4,4 Prozent auf zuletzt 13.208 km².

Dennoch erhöhte sich im Vergleichszeitraum die Feldfruchtproduktion um 5,6 Prozent, da die Hektarerträge konstant wachsen.

Tatsache ist aber auch, dass in einigen Produktkategorien der Selbstversorgungsgrad im 15-Jahres-Vergleich schrumpft, allen voran bei Weichweizen, Hülsenfrüchten und Kartoffeln, darüber hinaus auch bei Obst. Ob der sinkende Selbstversorgungsgrad alleine auf die schrumpfenden Agrarflächen zurückzuführen ist, oder auch auf die wachsende Nachfrage nach ausländischer Ware lässt sich zweifelsfrei beantworten. Denn auch die Bracheflächen wuchsen in den letzten Jahren rasant, auf zuletzt (2023) rund 760 km². Damit sind die Bracheflächen in etwa genauso groß wie alle reinen Gebäudeflächen zusammen.

bild wachstum v3

Wachstumsvergleich

Flächeninanspruchnahme | Bevölkerung | BIP real

Wachstum 2015 - 2024
Flächeninanspruchnahme
+6,1%
Bevölkerung
+7,1%
Wirtschaftswachstum real
+10,2%

Quelle: BEV | STAAT

Internationaler Vergleich

Ist Österreich Europameister?

Ist Österreich „Europameister“ in der Flächeninanspruchnahme und der Bodenversiegelung? Definitiv nein: So gelten beispielweise in Deutschland (2022) 14,5 Prozent der Staatsfläche als beansprucht und 6,5 Prozent als versiegelt. In der Schweiz (2018) liegen die Quoten bei 7,9 bzw. 4,3 Prozent und in Italien (2022) bei 7,1 bzw. 3,8 Prozent.

AT DE CH IT
Flächeninanspruchnahme in % 7,0 14,5 7,9 7,1
Bodenversiegelung in % 3,5 6,5 4,3 3,8

Anm: AUT: 2023 | DEU, ITA: 2022 | SUI: 2018
Quellen: Statistik Austria, Bundesumweltamt, Bundesamt für Statistik, ISPRA, Stat. Bundesamt (DE)

bild europameister v2
--portrait
"Weniger als 50% beanspruchte Fläche im Vergleich zu Deutschland"